DIE ENGELFRAU VON EBERSTADT
Von der Managerin zur Heilerin

PFUNGSTADT. Eigentlich hatte sich Petra Leskow-Stein ihr Leben völlig anders vorgestellt. Damals vor mehr als zwanzig Jahren, als sie

voller jugendlichem Tatendrang in die Welt hinauszog. Sie legte eine Bilderbuchkarriere bis zur hochbezahlten Managerin eines großen,

weltweit agierenden Schmuckunternehmens hin. Eigentlich hätte sie zufrieden sein können mit sich und der Welt. Und doch fühlte sie in

sich diese gewisse Unruhe. Das hektische Berufsleben hinterließ seine Spuren – Burn-out. Was folgte war die berühmte Frage, die sich

jeder irgendwann in seinem Leben stellt: „Kann es noch was anderes geben?“.
Damals war sie 36 Jahre alt. Es folgte ein knallharter Schlussstrich. „Ich habe gekündigt, von heute auf morgen“, erzählt sie heute mit einem Lächeln, denn damals schon wusste sie, „wenn ich nicht aussteige, dann werde ich richtig krank.“ So wie ihr Chef und dessen Chef und viele andere, die sie hat krank werden sehen. Leute, die ihr Leben in den Dienst ihrer Arbeit gestellt hatten. Leute, die vor ihrer Zeit das Zeitliche gesegnet haben. Petra Leskow-Stein tat, wozu vielen der Mut fehlt – sie suchte einen Neuanfang. Dabei wandte sie sich ihrer bis dahin eher vernachlässigten spirituellen Seite zu. Sie besuchte Kurse, nahm Unterricht, bildete sich weiter und absolvierte Lehrgänge. Farbberaterin, Reiki-Meisterin und Entspannungs- und Motivationstrainerin sind einige der Abschlüsse, die sie erreicht hat. Immer auf der Suche nach dem, was sie wirklich tun wollte.
Während dieser Zeit fand allerdings stets eine Rückkoppelung zu ihrem alten Beruf statt. Die edlen Steine, mit denen sie viele Jahre zu tun hatte, ließen sie nicht los. So fing sie wieder an Schmuck zu gestalten. In ihren eigenen vier Wänden und mit Motiven, die sie bewegten. Das waren vor allem Engel. 2003 eröffnete sie dann ihren ersten Engelladen in Eberstadt. Ihr selbstgestalteter Engel „Hope“ wurde zu ihrem Markenzeichen.
Bald kannte man sie nur noch als die „Engelfrau“. Nach fünf Jahren war die Kollektion um individuelle Schmuckstücke aus Heilsteinen erweitert.
„Meine Engel und Steine sind Herzöffner für Menschen.“ 2008 folgte der Umzug nach Pfungstadt. Mittlerweile bietet sie neben Heilschmuck auch Meditationskurse, Entspannungskurse und Heilkreise an. Auch ein spirituelles Coaching ist möglich.
„Es gibt Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und auf geistig-seelischer Ebene begleitende Menschen. Hier habe ich dann meinen Platz gefunden.“ Die Berufung des Heilers ist so alt, wie diese Welt. Heiler und Heilkundige gab es zu allen Zeiten sowie in allen Teilen dieses Erdballs.
Genauso vielfältig ist das Wissen des Heilens. Traditionelle oder altüberlieferte Heilmethoden sind allerdings in den letzten Jahrhunderten vermehrt aus der Mode gekommen oder wurden und werden sogar immer noch als Scharlatanerie abgetan. Erst in den letzten Jahren entdeckt die moderne Medizin auch wieder die althergebrachten Methoden. Heilpraktiker sind jetzt staatlich anerkannt. Akupunktur und spezielle Massagetechniken werden durchaus auch mal von der Krankenkasse bezahlt. Wo der Mensch nur noch als funktionelles Wesen erfasst wurde, findet jetzt der Begriff der Ganzheitlichkeit wieder einen neuen Stellenwert. Ärzte haben längst erkannt, dass auch die Seele und der Geist der Heilung bedarf. In vielen ausländischen Kliniken findet mittlerweile ein reger Austausch zwischen Schulmedizin und den geistigen Heilmethoden statt. Und was sich da oft sehr abgefahren anhört, wie „Handauflegen“, „Geistheilen“, „Reiki“, „Farbtherapie“ und „Matrix-Heilung“, sind eigentlich uralte Techniken, die aus den Strudeln der Zeit wieder aufgetaucht sind. „Es ist nichts neues, sondern altes Wissen“, erklärt Petra Leskow-Stein gelassen. In ihren Kursen lernen die Teilnehmer wieder zu sich selbst zu finden, „den Fokus anders auszurichten“ und sich selbst bewusster zu werden. Es geht um Wahrnehmung und die Fähigkeit des eigenen Spürens.
„Ich fühle mich eher als Mittlerin, als Begleiterin“, sagt sie, „ich möchte die Menschen unterstützen.“ Achtsamkeit mit sich selbst, Wertschätzung und ein bewusstes Sein sind die Schlagworte, die es am besten treffen. Nichtsdestotrotz sollten diejenigen, die Heilung mittels des Geistes oder ähnlicher alternativen Methoden suchen, nicht blauäugig jedem Angebot auf diesem Gebiet hinterher laufen. Trotz der Aufklärungsarbeit des Dachverbandes Geistiges Heilen e.V., dessen Leitfaden „Heilen mit dem Geist und der Kraft der göttlichen Liebe“ lautet, gibt es immer noch zahlreiche Kurpfuscher, die nur darauf warten, den Gutgläubigen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wer also auf dem spirituellen Weg ist und Heilung sucht, sollte sich eines vor Augen halten: „Geistiges Heilen ersetzt nicht den Besuch eines Arztes oder Therapeuten“. Im übrigen ist Petra Leskow-Stein Mitglied des Dachverbandes Geistiges Heilen e.V. und wer mehr über sie und ihre Arbeit erfahren möchte, der kann sich gerne noch weiter auf ihrer Webseite www.leskow-stein.de informieren. An jedem ersten und dritten Dienstag im Monat findet ein Meditationskurs in der Walldorfschule Eberstadt statt. Jeden zweiten und vierten Dienstag kann man an Heilmeditationen in Pfungstadt teilnehmen. An jedem 13. des Monats gibt es einen Heiltag, der auf Spendenbasis angeboten wird, so dass jeder daran teilnehmen kann, auch wenn mal das Geld dazu fehlt. Alle Themenabende ergänzen sich gegenseitig, können einzeln besucht werden und sind offen für jeden. Außerdem werden monatl. Info-Abende u. Workshops angeboten.
Anmeldung wird erbeten unter 06157/938 68 18.

 

(Corinna Jedamzik)

Original Artikel (PDF - 6 MB)
Frankensteiner_Rundschau_August_2012_01.[...]
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